Die hiermit vorgelegte kleine Veröffentlichung möge dazu beitragen, dass die bedeutenden Anregungen des renomierten spanischen Rechtsphilosophen Felipe González Vicén auch in Deutschland wieder wahrgenommen werden können. Und dass dieser Text in Zusammenhang mit einer Würdigung des chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo erscheint, kann vielleicht die Aktualität des Werkes F. González Vicéns erlebbar werden lassen, denn beiden ist ein verwandter ethischer Individualismus eigen:
«Das ethische Individuum kennt, ob durch Nachsinnen oder weil es ihm der natürlich praktische Verstand vermittelt hat, das Geheimnis seines Sein auf der Welt. Und in diesem Sein auf der Welt findet man jeden ethischen Impuls und seinen Drang nach Außen. Deswegen kann der ethische Mensch sich selber sein eigenes Leben gestalten: ein Leben voll Gewissheit, Haltungen, Behauptungen und Aphorismen und alle kompatibel unter sich und sich gegenseitig stützend; der ethische Mensch zweifelt nie an sich, mit einem Wort, er spürt den ethischen Drang seiner Persönlichkeit als Mittelpunkt seines Seins.» Felipe González Vicén
Mit einem Aufsatz von Thomas Brunner über den Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo sowie einer Buchbesprechung der Biografie Xiaobos Der Freiheit geopfert (Bei Ling).
«In einem despotischen Land ist für einen Intellektuellen, der nach Freiheit strebt, das Gefängnis die Türschwelle auf dem Weg zur Freiheit. Ich bin bereits über diese Schwelle getreten, die Freiheit kann daher nicht allzu weit sein.»
Liu Xiaobo